SOMMERAKADEMIE

Die Wings of Hope Sommerakademie in Ruhpolding

Junge Israelis und Palästinenser zeigen, wie Frieden funktioniert

Der globale Terror ängstigt auch Menschen in Deutschland. Um seine Gewalt an den Wurzeln zu packen, sind neue Wege gefragt: Die Stiftung Wings of Hope Deutschland bringt Christen, Juden und Muslime in einer einzigartigen Sommerakademie zusammen. Hier können sie offen aufeinander zugehen, einander kennenlernen und den Frieden im Dialog fördern. Auch vom Krieg traumatisierte Kinder und Jugendliche aus den Konfliktregionen schaffen so einen konstruktiven Umgang mit ihren Verletzungen.

München, August 2007

Zum ersten Mal treffen junge Palästinenser und Israelis im Rahmen der internationalen Sommerakademie der Stiftung Wings of Hope zusammen. Sie findet vom 13. bis 27. August auf dem Labenbachhof in Ruhpolding statt. Die Sommerakademie ermöglicht es Juden, Muslimen und Christen - jenseits von den ethnischen und religiösen Konflikten in ihren Heimatländern - Wege zu finden, wie sie einander besser verstehen, tolerant miteinander umgehen und auch Freundschaften aufbauen können.

Viele Palästinenser und Juden haben inzwischen praktisch keine Möglichkeit mehr, im eigenen Land zusammenzukommen. Die Wings of Hope Sommerakademie bietet allen ein einzigartiges Forum der Begegnung, weil hier Menschen aller Ethnien und Religionen aus verschiedenen Krisenregionen der Welt zusammenkommen. Ob Bosnien, Irak, Israel oder Palästina - die Herausforderungen sind ähnlich: In all diesen Gebieten wünschen sich die Menschen in einer Gesellschaft zu leben, die funktioniert. Es gilt für uns alle, einen Weg zu gehen, wie die vielen Ethnien und Religionen friedlich existieren können.


Peter Klentzan, Projektleiter der Stiftung Wings of Hope:

"Die Sommerakademie schafft eine einzigartige Möglichkeit für die Begegnung von jüdischen, christlichen und muslimischen Führungspersönlichkeiten. Denn hier tauschen sich junge Menschen mit vergleichbaren Erfahrungen unter Anleitung erfahrener Therapeuten aus. Nehmen Sie Elvir oder Lotty, unsere Projektleiter in Bosnien und Israel. Beide waren Soldaten im Kriegseinsatz und arbeiten heute mit vom Krieg traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Ihnen vertrauen die Jugendlichen, weil sie wissen, dass sie genau verstehen, wovon sie erzählen. Der moralische Zeigefinger bleibt außen vor."


Lotty Camerman, Projektleiterin in Israel, ergänzt dazu ihre persönlichen Erfahrungen:

"Bis zum Jahr 2000 war ich eine normale Israelin aus der Umgebung von Tel Aviv, die alle Pflichten einer guten Israelin erfüllt hat. Ich war bei der israelischen Armee, Sicherheitsbeamtin bei ELAL und als Tourismusangestellte habe ich Ausländern unser wunderschönes Land gezeigt. Wie viele Israelis habe ich an den Frieden geglaubt - aber nichts dafür getan, dass er Wirklichkeit wird. Als die zweite "Intifada" (Widerstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung) begann, brach meine Welt zusammen. Viele Fragen rüttelten mich auf. Ab dem Jahre 2002 wurde mir klar: Was ich und viele Israelis zu wissen glauben, ist nicht die Realität! Ich wurde Friedensaktivistin. Inzwischen weiß ich: Israel wird für all seine Bürger ein demokratischer und sicherer Staat sein, wenn es neben uns einen lebensfähigen und demokratischen palästinensischen Staat gibt. Nur wenn wir lernen, den anderen und seine Rechte zu respektieren, ohne unsere Rechte aufzugeben, kann dieser Aufbau sicherer Staaten passieren."

In der Wings of Hope Sommerakademie werden dafür Grundlagen im Kleinen aufgebaut. Denn Juden, Christen und Muslime lernen praktische, alltagstaugliche Konzepte für einen toleranten Umgang miteinander und zur Überwindung ethnischer und religiöser Konflikte in ihren Heimatländern zu erarbeiten. Der Austausch über die Arbeit in den verschiedenen Konfliktregionen ermutigt die jugendlichen Führungskräfte. Ihre Erfahrungen als Jugendleiter und "Friedensfachkräfte" werden sie an hunderte Kinder und Jugendliche weitergeben und so als Multiplikatoren für Dialog und das friedliche Lösen von Konflikten in ihren Heimatländern wirken.

Jugendlich am Boden sitzend Summeracademy 2007, Faris Shawky
Freier Journalist, Den Haag, Niederlande

Faris Shawky hat die Gruppe 2007 über mehrere Tage begleitet und uns seinen Film zur Verfügung gestellt, vielen Dank!

Jean Claude Piroué Heilung - Friede und Versöhnung Film von Jean-Claude (rechts) und Susi Piroué

Jugendliche aus Israel, Palästina, Bosnien und Herzegowina in Bayern Teilnehmer der Sommerakademie

Jugendliche aus Israel, Palästina, Bosnien und Herzegowina in Bayern Teilnehmer der Sommerakademie