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Vom 20. bis 28. August sind 20 junge Iraker und Irakerinnen aus der nordirakischen Stadt Kirkuk Gäste der Stiftung Wings of Hope im oberbayerischen Ruhpolding. Die Jugendlichen werden an Konzepten für eine friedliche Lösung von ethnischen und religiösen Konflikten in ihrer Heimatstadt arbeiten. Begleitet wird die Gruppe von drei Mitarbeitenden der Partnerorganisation Wings of Hope Irak aus Bagdad.
Kirkuk ist ein Ort, an dem jetzt und nicht irgendwann geholfen werden muss. Zwar ist Kirkuk im Norden des Irak lange nicht so unsicher wie die Städte im sunnitischen Dreieck. Allerdings ist auch die Großstadt im Norden ein Pulverfass: Es ist wahrscheinlich, dass es zu Verteilungskämpfen um den Ölreichtum der Provinz kommt, mögliche ethnischen Konflikte zwischen Arabern, Assyrern, Kurden und Turkmenen sind dann die Lunte am Pulverfass. Peter Klentzan, Projektmanager der Stiftung Wings of Hope Deutschland, kennt die Situation vor Ort von mehreren Reisen (die letzte vor drei Wochen):
"Wenn es nicht gelingt, in einem föderativen irakischen Staatswesen für einen gerechten Interessenausgleich und vergleichbare Lebensbedingungen zu sorgen, ist Gewalt vorprogrammiert. Nur der Aufbruchsgeist der jungen Generation kann dazu beitragen, Kirkuk zu einem positiven Beispiel für die umstrittenen Städte mit hohem Gewaltpotential im so genannten sunnitischen Dreieck zu machen."
Die Jugendlichen kommen aus allen ethnischen und religiösen Gruppen der Stadt. Sie werden zunächst lernen, mit den eigenen traumatischen Erfahrungen, Ängsten und Vorurteilen umzugehen. Als Jugendleiter/innen und "Friedensfachkräfte" werden sie in Kirkuk ihre Erfahrungen an Hunderte Kinder und Jugendlichen weitergeben.
Das ungewöhnliche Projekt wird sowohl ideell als auch finanziell unterstützt vom Stadtrat Kirkuk, der Regionalregierung des Nordirak, dem Auswärtigen Amt Berlin und verschiedenen Spendern. Die Stiftung Wings of Hope hat die Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt und seit 1994 mehr als 10.000 Kindern in Bosnien-Herzegowina und seit 2003 auch im Irak geholfen. Peter Klentzan hat bei seiner letzten Reise in den Irak das Konzept der Projektwoche gemeinsam mit den eingeladenen Jugendlichen und mit den Wings of Hope-Mitarbeitenden vor Ort entwickelt. Dabei sind Erfahrungen aus Bosnien-Herzegowina eingeflossen, wo heute viele der ehemaligen Teilnehmenden des Wings of Hope-Jugendprogrammes leitende Funktionen in Politik und Gesellschaft inne haben.